Warum Elektromobilität ein echter und nachhaltiger Systemwechsel ist

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Viele Automobilhersteller bewerten das Elektroauto lediglich als eine von vielen Varianten in ihrem Produktportfolio. Betrachtet man die Elektromobilität jedoch ganzheitlich, so zeigen sich deutlich Elemente eines echten Systemwechsels, dessen Auswirkungen alle Stufen in der Wertschöpfungskette der Automobilhersteller und ihrer Zulieferer betreffen.

Systemwechsel in Industrien sind dadurch gekennzeichnet, dass sich unter anderem der Kundennutzen nicht nur inkrementell verändert, sondern in Quantensprüngen. So wurde zum Beispiel das iPhone 2007 von der Mobilfunkindustrie zunächst nur als eine weitere Variante des mobilen Telefonierens gesehen. In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass die Kunden mit diesem Produkt in ganz neue Dimensionen des einfachen Umgangs mit komplexen, aber nützlichen Applikationen vorstoßen konnten. Apple schaffte diesen Quantensprung im Kundennutzen im Wesentlichen durch die Adaption seines seit Jahrzehnten bewährten Betriebssystems auf ein mobiles Smartphone.

Solche Quantensprünge können ganze Industrien in relativ kurzer Zeit radikal verändern. So hat auch die breite Einführung des Internetprotokolls in der Telekommunikationsindustrie innerhalb von nur einer Dekade die Landschaft der Hardwarehersteller vollständig verändert. Unternehmen wie Cisco haben Lieferanten wie Alcatel oder Siemens als Anbieter von klassischer Netzinfrastruktur im Zeitalter des Internets und Voice over IP fast vollständig abgelöst. Die drastische Senkung der Anschaffungs- und Administrationskosten hat in dieser Industrie den Systemwechsel von der analogen zur digitalen Welt ausgelöst.

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