Spatial Economics: Wenn die Transportkosten sinken

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Jahrhundertelang entschieden Transportkosten darüber mit, an welchem Standort Unternehmen produzierten und verkauften, wo Arbeitgeber Stellen ansiedelten und wo Familien ihren Wohnort wählten, arbeiteten, einkauften und ihre Freizeit verbrachten. Spatial Economics beschäftigen sich heute mit der Frage, welche Folgen es hätte, wenn diese Kosten dank neuer Technologien drastisch zurückgingen? Wie würde sich die Weltwirtschaft verändern, wenn Hersteller ohne Zusatzkosten an jedem Ort und in kleinen Mengen produzieren könnten? Inwiefern würde dies die Wettbewerbsfähigkeit von Geschäftsmodellen und Lieferketten zerstören? Wenn Menschen von jedem Ort aus arbeiten könnten, würden dichtbesiedelte Regionen Einwohner verlieren?

In den Industrieländern hat dieser Wandel bereits eingesetzt, und er gewinnt an Dynamik. In den nächsten zwanzig Jahren werden Transportkosten so drastisch sinken, dass dies unsere Lebens- und Arbeitsumstände verändern wird – schneller und umfassender, als es sich viele heute vorstellen können. Für Unternehmen und Investoren eröffnet dieser wirtschaftliche Wandel vielfältige Chancen – birgt aber auch unerwartete Risiken.

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Spatial Economics berücksichtigen neueste technologische Entwicklungen

Auslöser sind neue Plattformtechnologien, die sich unmittelbar auf die Transportkosten auswirken werden. Milliardeninvestitionen in Robotertechnik, 3D-Druck, Lieferdrohnen, Logistiktechnologien, autonome Fahrzeuge und Satelliten mit niedriger Umlaufbahn (sogenannte LEO-Satelliten) werden die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen beschleunigen, die wiederum die Kosten für den Transport von Personen, Gütern und Informationen erheblich senken. Verschmelzen diese Technologien miteinander, beschleunigen sie den Wandel.

Zukunftsorientierte Unternehmen befassen sich deshalb schon heute mit den Erkenntnissen der Spatial Economics zu post-urbanen Entwicklungen in ihrer Branche. Vier Ansätze helfen Führungskräften bei diesem Gedankenspiel:

  1. Abwägen des Risikos, in Zukunft unwirtschaftliche Unternehmensteile oder Produkte weiterzuentwickeln.
  2. Überprüfen der Liefer-, Distributions- und Logistikketten im Hinblick auf die Vermeidung von Transportkosten.
  3. Einbinden neuer Technologien in bestehende Arbeitsabläufe, um sie zu testen und besser zu verstehen.
  4. Einstellen auf die Abwanderung von Mitarbeitern und Fachkräften.

Bereits heute eröffnen sich für Unternehmen neue Investitionsmöglichkeiten. So werden Innovationen in der Verkehrstechnik erforderlich für die neuen Generationen von Gütern und Dienstleistungen. Dazu zählen Logistiklösungen, führerlose Fahrzeuge sowie die Technologien und Komponenten, die in diesen Branchen benötigt werden. Vordenker können bei dem bevorstehenden Wandel eine Führungsrolle einnehmen, wenn sie in moderne Plattformtechnologien investieren, anstatt sich von den Veränderungen überrollen zu lassen.