Richtig umgehen mit aktivistischen Investoren



In diesem Video von FINANCE-TV spricht Bain-Partner Wilhelm Schmundt über die Ergebnisse der aktuellen Bain-Studie "Agitators and reformers: How to respond to activist investors". Mehr Informationen zu FINANCE-TV finden Sie unter www.finance-magazin.de/finance-tv.

Die Zahl der Engagements aktivistischer Investoren hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Bei einer Analyse von mehr als 400 solcher Engagements hat Bain festgestellt, dass die Zielunternehmen der Aktivisten größer und die Branchen, in denen diese tätig sind, vielfältiger werden. Darüber hinaus ergab die Untersuchung, dass Aktivisten auch eine Reihe leistungsstarker Unternehmen im Visier haben – ihr Interesse beschränkt sich also nicht nur auf Unternehmen mit schwacher Performance. Nur wenige Managementteams sind vor der Herausforderung aktivistischer Investoren gefeit.

Die Bain-Studie zeigt das Dilemma auf, das sich für Managementteams aus dem Aufeinandertreffen mit Aktivisten ergibt. Deren Aufforderungen zum Überdenken der Strategie und Vorantreiben von Veränderungen erweisen sich oftmals als durchaus richtig und ihrer Gesamtbilanz lässt sich entnehmen, dass es ihnen in der Regel oft gelingt, Wert für die Aktionäre zu schaffen. Doch diese Ergebnisse können Unternehmen auch teuer zu stehen kommen. So tragen nicht selten andere die Konsequenzen, wenn vorrangig auf schnelle Erfolge hingearbeitet wird. Hier liegt die Herausforderung: Unternehmen können und sollten Aktivisten nicht ignorieren, ihre Vorschläge und Ideen aber oft auch nicht sofort akzeptieren oder zurückweisen. Stattdessen müssen sie in der Lage sein, die Investmentthese des Aktivisten schnell zu evaluieren – um dann entscheiden zu können, in welchen Punkten sie kooperieren, verhandeln oder sich zur Wehr setzen.

Doch wie bereitet man sich am besten vor? Zunächst sollte ein Verständnis für die gängigen Vorgehensweisen und Investmentthesen von Aktivisten im Allgemeinen sowie in der eigenen Branche im Speziellen geschaffen werden. Das hilft Unternehmen dabei, ihre Strategie und ihr Verhältnis zu Investoren einem Belastungstest zu unterziehen. Ein weiterer wesentlicher Schritt besteht darin, einen Notfallplan zu erarbeiten. Ein solcher Plan schützt davor, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden: Wenn ein Aktivist vor der Tür steht, weiß das betroffene Managementteam genau, was zu tun ist.