Innovation in der Automobilindustrie: Ende der Experimente

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Autonomes Fahren, E-Auto, digitale Dienste und Mobilitätsplattformen: Angesichts neuer Technologien und veränderter Kundenbedürfnisse befinden sich die Automobilhersteller und -zulieferer im größten Umbruch ihrer Geschichte. Hohe Produktqualität und Markenreputation reichen als Alleinstellungsmerkmale nicht mehr aus.

Die Unternehmen müssen sich grundlegend neu aufstellen, wenn sie ihre Führungsposition im Automarkt halten und langfristig überleben wollen. Bain hat acht Thesen entwickelt, wie sich diese Schlüsselindustrie trotz Kostendruck neu erfinden kann:

1. Das große Ganze angehen. Seit Jahren experimentieren viele Unternehmen nur halbherzig mit neuen Technologien. Sie versuchen sich im Kleinen, etwa an Mobilitäts-Apps, statt ihr Kerngeschäft beispielsweise mit weltweit führenden Elektroantrieben voranzutreiben. Doch die Zeit der Pilotprojekte und Digitallabore ist vorbei. Die Unternehmen müssen sich jetzt im großen Ganzen neu aufstellen.

2. Zukunft zur Chefsache erklären. Die Neuausrichtung darf allerdings nicht an die Forschungs- und Entwicklungsabteilung (F&E) delegiert werden. Der Vorstand muss das Kerngeschäft der Zukunft definieren und entscheiden, wie sich das Unternehmen vom Wettbewerb abheben soll. Für dieses Programm gilt es eine Entwicklungsstrategie für das gesamte Unternehmen festzulegen.

3. Freiräume schaffen. Um die strategisch entscheidenden Innovationen erfolgreich vorantreiben zu können, müssen bis 2020 bis zu 30 Prozent der gesamten F&E-Ausgaben für die neuen Technologien zur Verfügung stehen.

4. Klare Ansagen machen. Der Konflikt zwischen höheren Anforderungen an die Innovationskraft und dem gleichzeitigen Zwang zur Kostensenkung besteht nur scheinbar. Mit einer präzisen Definition der wirklich notwendigen Differenzierung am Markt sowie effizienteren Innovationsmethoden lässt sich das Dilemma lösen.

5. Harte Entscheidungen treffen. Noch wollen zahlreiche Unternehmen Altes und Neues parallel entwickeln. Doch das funktioniert nicht. Die Führungsetage muss eindeutig vorgeben, welche Themen zu forcieren sind und was aus dem bestehenden Portfolio entfernt oder von außen zugekauft wird.

6. Neue Methoden einführen. Viele Unternehmen heben das Effizienzpotenzial in der Entwicklung nicht. Moderne Vorgehensweisen. etwa agile Entwicklung, können die Produktivität von Forschung und Entwicklung deutlich steigern. Doch diese kommen zu selten und nicht konsequent genug zur Anwendung.

7. Partnerschaften bilden. Häufig verfügen die Unternehmen noch nicht über die nötigen Kompetenzen bei neuen Technologien und Methoden. Das fehlende Wissen muss durch Zukäufe, Netzwerke und Partnerschaften kompensiert werden. Ein rein organischer Aufbau dieses Know-hows wird nicht ausreichen und zu lange dauern.

8. Positiven Nebeneffekt nutzen. Eine überzeugende Innovationsstrategie steigert nicht nur nachhaltig den Unternehmenswert und die Wettbewerbsfähigkeit. Sie fördert auch den notwendigen kulturellen Wandel im Unternehmen und lockt frische Talente von außen an.


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