Digitale Werkzeuge erobern das Finanzwesen

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Auf einen Blick

  • Bislang ist es nur wenigen Finanzbereichen gelungen, den vollen Nutzen aus Technologien wie Robotik-Prozessautomatisierung (RPA) und maschinelles Lernen zu ziehen.
  • Neben erheblichem Kosteneinsparungspotenzial nennen die Befragten vor allem Geschwindigkeit, Zeitersparnis und finanzielle Kontrolle als Gründe für Investitionen in die Digitalisierung.
  • Neben der Einführung und Nutzung digitaler Tools sollten sich Unternehmen weiterhin auf die Vereinfachung und Standardisierung von Prozessen, Daten und Systemen konzentrieren.

Künstliche Intelligenz (KI) zieht auch Finanzabteilungen in ihren Bann. Dies reicht von der Robotik über maschinelles Lernen bis hin zu Natural Language Processing (NLP) und Natural Language Generation (NLG), sprich dem maschinellen Erfassen und Verarbeitung natürlicher Sprache beziehungsweise der Textgenerierung. Allein die Nutzung von roboterunterstützter Prozessautomatisierung (RPA) und maschinellem Lernen wird sich in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. Das hat eine Studie von Bain in Zusammenarbeit mit Research Now ergeben, für die 501 Führungskräfte im Finanzwesen in den USA, in Großbritannien und Deutschland befragt wurden (Abbildung 1).


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Mit der Integration von KI in den Finanzbereich setzt sich ein jahrzehntelanger technologischer Siegeszug fort. Dazu zählt die breite Nutzung der optischen Zeichenerkennung (OCR) ebenso wie die der Tabellenkalkulation, der Finanzplanungssysteme und der elektronischen Rechnungsstellung. Mit jeder dieser Innovationen ist die Produktivität der Finanzabteilungen gestiegen. Nun liegt der Fokus auf digitalen Tools. Laut Studie sind mehr als zwei Drittel der befragten Finanzchefs davon überzeugt, dass die Digitalisierung ihren gesamten Bereich nachhaltig verändern wird. Knapp ein Viertel aller Finanzabteilungen wiederum plant, die IT-Budgets in den kommenden zwei Jahren um mehr als 10 Prozent zu erhöhen.

Neue Technologien steigern allerdings auch die Komplexität. Nur wenige Finanzabteilungen nutzen heutzutage das volle Potenzial der von ihnen genutzten Technologien aus. Beklagt wird vor allem die große Menge an Tools, die schlechte Integration und die mangelnde Anwendungserfahrung.

Tatsache aber ist, dass auch im Finanzbereich digitale Tools heute unentbehrlich sind, um den Unternehmenserfolg zu sichern. Mit ihnen werden die Abläufe schneller, der Zeitaufwand und Kosten verringern sich und die Kontrolle der Finanzen verbessert sich. Darüber hinaus unterstützen sie die Finanzprofis, Wertsteigerungspotenziale zu erkennen und Risiken proaktiv zu managen. Voraussetzung ist, dass Unternehmen die Tools identifizieren, die dem Finanzwesen tatsächlich von Nutzen sind, und dass sie effizient in den Technologiekontext integriert werden. Darüber hinaus gilt es, weiterhin an der Vereinfachung und Standardisierung von Prozessen, Daten und Systemen zu arbeiten.


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